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Pressearchiv

Von Venezuela nach Trier

Kapstadt, Auckland, Trier, Vancouver, Sydney – welche Stunde es wo gerade schlägt, zeigen die Uhren am Empfang von Boomerang Reisen. Für Ruth Hornung hat in Trier ein neuer Lebensabschnitt begonnen.

EINE JUNGE FRAU WAGT IHREN PERSÖNLICHEN NEUANFANG IN DEUTSCHLAND

Der Unterschied zwischen zwei Ländern könnte kaum größer sein – zumindest macht es für Ruth Hornung-Muellenhoff einen entscheidenden Unterschied, ob sie in Venezuela oder in Deutschland lebt. Geboren wurde sie in Venezuelas Hauptstadt Caracas. Dort verbrachte sie auch die ersten Jahre ihres Lebens. „Aber es ist unmöglich geworden in meiner Heimat zu leben, zu studieren und zu arbeiten“, sagt die heute 25-Jährige. „Sie nennen es eine sozialistische Regierung. In meinen Augen ist es eine Diktatur.“ Dem Land gehe es wirtschaftlich sehr schlecht. Die Universitäten hätten kaum noch Mittel, um Seminare anzubieten. Die Inflation sei hoch, die Kriminalität auch. Oft treibe die Lebensmittelknappheit die Menschen dazu, auf illegalem Wege Geld zu beschaffen. Ihre Familie habe selbst erfahren müssen, wie unsicher es auf der Straße sei. „Erst recht, wenn du als Frau alleine unterwegs bist, und das auch am Tag“.

Nach einer Entführung, die einer Verwandten zustieß, hat Ruth Hornung den Entschluss gefasst, sich eine Zukunft in einem anderen Land aufbauen zu wollen. „Ich hatte schon immer eine Verbindung zu Europa und besonders zu Deutschland“, sagt sie. Ihr Vater sei in Darmstadt geboren aber als Vierjähriger mit seiner Familie nach Venezuela ausgewandert. In Trier lebt eine Tante väterlicherseits. Diese nahm Ruth zuerst bei sich auf. „Ich wusste erst einmal nicht, wo ich hingehen musste, um die Sprache zu lernen und eine Ausbildung zu bekommen“, erzählt sie. Auf den Rat der Tante hin meldete sich Ruth Hornung beim Jobcenter Trier Stadt. Dort erhielt sie finanzielle Grundleistung und persönliche Beratung, was ihre beruflichen Perspektiven betraf.

In Caracas hatte sie bereits drei Jahre Medizin studiert. „Aber ich merkte, dass ich eine zu sensible Persönlichkeit für diesen Beruf habe“, sagt sie und erzählt, wie im Praktikum ihre erste Patientin verstarb und sie dieses Erlebnis lange nicht verarbeiten konnte. In Trier konnte sie nun einen Neuanfang starten. „Ich arbeite gerne mit Menschen, aber auch die Arbeit mit Kommunikation macht mir Spaß.“ Gemeinsam mit ihrem Arbeitsvermittler kam am Ende des Prozesses Büromanagement als Ziel heraus. Nach ihren erfolgreich abgeschlossenen Sprachkursen bewarb sich Ruth Hornung dann bei Boomerang Reisen in Trier-Biewer und konnte dort eine Ausbildung als Kauffrau für Bürokommunikation beginnen. Für den Fernreise-Spezialisten, der Niederlassungen in der gesamten Bundesrepublik, Österreich und der Schweiz hat, ist die spanische Muttersprachlerin ein Gewinn.

„Für das tägliche Arbeiten ist es wichtig, dass sich unsere Mitarbeiter mit den Zielen auskennen, die wir anbieten. Der Schriftverkehr mit unseren Partnern vor Ort ist meistens auf Englisch, aber auch auf Spanisch“, sagt Michaela Lenz, Geschäftsführerin von Boomerang Reisen. Rund 40 Mitarbeiter arbeiten in Trier und gestalten das gesamte Backoffice, bestehend aus Buchhaltung, Produktmanagement und eigener Medienagentur für das 1994 gegründete Reiseunternehmen. „Ich bin in der richtigen Firma gelandet“, sagt Ruth lachend. Denn sie möchte noch so viel wie möglich von Europa und der Welt sehen.

Ihr Arbeitgeber ermöglicht ihr Rabatte oder auch Testreisen von Anbietern. Ihr erstes Reiseziel ist erstmal ein privater Urlaub in Griechenland im nächsten Jahr. Und dann würde sie in Zukunft auch gerne öfter nach Lanzarote fliegen, um dort ihre Mutter zu besuchen. Denn auch sie habe Venezuela inzwischen verlassen und habe auf der kanarischen Insel eine neue Arbeitsstelle gefunden. „Für sie ist es einfacher in einem spanischen Land neu anzufangen, als noch einmal eine neue Sprache zu lernen.“ Zwei Flugstunden bis nach Lanzarote anstelle von zwölf Stunden bis nach Südamerika machen eben doch auch hier einen riesigen Unterschied.

Text und Bild: Jobcenter Trier Stadt/tas


Jobcenter-Beschäftigte spenden für Meeting Bismarck Gododo e.V.

Jennifer Tordzro beim Nähen in ihrem Zimmer in Ghana.

MIT LIEBE GENÄHT UND VON HERZEN GESCHENKT
590 Euro geht an Hilfsverein in Ghana

Wer ist eigentlich Bismarck? Zum einen denkt man gleich an Otto von Bismarck, erster Reichskanzler des Deutschen Reiches. Zum anderen ist Bismarck ein kleiner Afrikaner. Der kleine Junge wurde am 5. Oktober 2011 geboren, und es waren die ghanaischen Hebammen Patience und Annie und die deutsche Hebamme Sonja Liggett-Igelmund, die Bismarcks Geburt betreuten. Letztere ist die Tante von Jobcenter-Mitarbeiterin Lisa-Marie Böffgen. Für eine Dokumentation des WDR-Fernsehens ist Sonja Liggett-Igelmund nach Ghana gereist, um auszuprobieren, ob sie auch in Afrika ihren Beruf ausüben kann. Seit dieser Zeit verbindet die drei Hebammen eine enge Freundschaft, und nach ihrer Rückkehr aus Afrika startete Sonja ein Hilfsprojekt, denn vor Ort wird an vielen Stellen Hilfe gebraucht. Mit einem Postpäckchen fing es an, und aus Paketen wurden Überseecontainer. Hilfsgüter für die Geburtsstation und Sachspenden für die Schulen des Dorfes Have kamen so in die Volta Region. 

„Uns hat die Direkthilfe beeindruckt, die Meeting Bismarck für die Menschen leistet“, sagt Marita Wallrich, Geschäftsführerin des Jobcenters Trier Stadt. „Und durch die familiäre Verbindung unserer Mitarbeiterin können wir sicher sein, dass alle Spenden auch dort ankommen, wo sie wirklich benötigt werden.“ Eine junge Frau, die dank des Vereins ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten kann, ist Jennifer Tordzro. Sie ist Mitte Zwanzig und gehörlos. Dies bedeutet in Ghana Ausgrenzung. Trotz dieser Einschränkung ist sie sehr engagiert und neugierig auf das Leben. Meeting Bismarck hat ihr die Möglichkeit eröffnet, sich ein eigenes Geschäft aufzubauen. In der Gehörlosenschule in Hohoe hat sie nähen gelernt und eine Nähmaschine bekommen. Die passenden Stoffe kommen allesamt vom örtlichen Wochenmarkt, um die dortigen Marktfrauen zu unterstützen. Jennifer näht Taschen, Brotkörbe, Turnbeutel, Schürzen und vieles mehr, die sowohl vor Ort als auch hier in Deutschland verkauft werden. Der Erlös sichert zum einen Jennifer ein Einkommen und zum anderen werden mit einem Teil davon die vielfältigen Projekte des Vereins unterstützt.  

Diese farbenfrohen Produkte hat Sonja Ligett-Igelmund mitgebracht und diese haben letztlich viele der Beschäftigten des Trierer Jobcenters überzeugt, die zum Adventsbasar mit Jennifers Werken, Waffeln und weihnachtlichen Getränken gekommen waren. Zu weihnachtlicher Musik ließ es sich bestens stöbern und ausprobieren, was eventuell als Weihnachtsgeschenk in Frage kommt, oder was man sich selbst zum Geschenk machen wollte. Wer nichts Passendes gefunden hat, konnte einen Beitrag in die Spendenbox werfen. So kamen insgesamt 591,50 Euro zusammen.

 Projekte und Aktionen des Vereins Meeting Bismarck – Gododo Ghana, Geburts- und Kinderhilfe Ghana e.V.:
- Stärkung des Gesundheitswesens und insbesondere der Geburtshilfe
- Unterstützung medizinischer Hilfsprogramme und Förderung der Ausbildung des medizinischen Personals
- Förderung der Schul- und Berufsausbildung
- Hilfe für sozial Benachteiligte und Bedürftige
- Stärkung der Rolle der Frau in Familie und Gesellschaft

Projekte, die neben der kontinuierlichen Lieferung von Sachspenden nach Ghana aus Spendengeldern finanziert werden sind u.a.:
- Verbesserung der Ausstattung von Geburtsstationen
- Finanzierung von Weiterbildungsworkshops für Hebammen
- Bau eines Hebammenhauses im Ort Have
- Verbesserung der Ausstattung von Schulen
- Einrichtung von Schulbüchereien
Die Produkte von Jennifer Tordzro können auch im Online-Shop über die Website www.meeting-bismarck.de bestellt werden.

 

Text: Jobcenter Trier Stadt/tas
Bild: Meeting Bismarck Gododo e.V.

 

 

 


Teilhabechancengesetz - Neue Chance ergriffen

Christoph Clüsserath (links) berät Arbeitsvermittler Jürgen Hopf vom Jobcenter Trier
Stadt gerne beim Einkaufen.

EINE NEUE CHANCE ERGRIFFEN
Nach Jahren zurück im Arbeitsleben

Christoph Clüsserath hat bescheidene Wünsche. „Dass alles so bleibt, wie es im Moment ist, und wenn es noch ein wenig besser werden würde, wäre das prima.“ Seine Hoffnung für die Zukunft formuliert der 38-Jährige so: „Nicht mehr arbeitslos zu werden“.

Denn das war der alleinerziehende Vater in den vergangenen Jahren immer mal wieder. Seit seiner Scheidung 2014 kümmert er sich um zwei Töchter, die heute sieben und neun Jahre alt sind. Er habe immer gerne gearbeitet, war LKW-Fahrer und hat unter anderem auch in Zeitarbeit als Maschineneinrichter in einem Reifenwerk gearbeitet. Aber als Alleinerziehender kamen auf Bewerbungen nur Absagen. „Ich habe mich auf alles beworben, sogar auf Putzstellen. Aber wegen der Uhrzeiten, zu denen ich die Kinder in die Kita bringen und abholen musste, gab es keine Chance auf Schichtarbeit oder Vollzeitstellen“, erklärt er. Zwar habe er Unterstützung von den Großeltern, aber die seien ja selbst berufstätig und können auch nicht immer einspringen.

Diese Zeit ist seit kurzem vorbei. Christoph Clüsserath hat einen neuen sozialversicherungspflichtigen Job, und zwar im Einzelhandel. In einem Supermarkt in Trier ist er Mitarbeiter im Verkauf. Ware einräumen, Backwaren aufbacken und Einkäufe kassieren gehört nun zu seinen Aufgaben für 30 Stunden in der Woche. „Es läuft super!“, erzählt er lächelnd. „Ich bin zwar immer noch am Lernen, aber die Kollegen helfen mir, wenn ich mal eine Frage habe.“ Ganz besonders wichtig: Sein Arbeitgeber zeige Verständnis für seine Situation und komme ihm auch mit den Arbeitszeiten entgegen, so dass er die Kinder morgens für die Schule fertigmachen könne.

Der Wendepunkt für Christoph Clüsserath war ein Gespräch mit dem Mitarbeiter des Jobcenters Trier Stadt, Jürgen Hopf. Der Arbeitsvermittler betreut hauptsächlich Kunden, die nach dem Teilhabechancengesetz (siehe Infokasten) gefördert werden können. Jürgen Hopf wirbt auch bei Arbeitgebern für das Gesetz, das Langzeitarbeitslosen eine neue Perspektive ermöglichen soll. Er stellte für Christoph Clüsserath einen Kontakt her und machte ihn auf eine Infoveranstaltung seines neuen Arbeitgebers aufmerksam. Dort konnte er sich direkt den Personalverantwortlichen vorstellen und hat aktiv nach einem Praktikum gefragt, um sich beweisen zu dürfen. „Vier Wochen später konnte ich meinen Arbeitsvertrag unterschreiben“, berichtet er stolz. Seitdem wird er weiterhin von Jürgen Hopf als Coach im Rahmen des Teilhabechancengesetzes betreut.

„Uns ist es wichtig, dass die Arbeitsaufnahmen durch das Teilhabechancengesetz in nachhaltige Arbeitsverhältnisse münden. Dazu bedarf es einer begleitenden Betreuung“, sagt Marita Wallrich, Geschäftsführerin des Trierer Jobcenters.  

Seitdem hat sich im Leben der Clüsseraths viel verändert. „Es ist einfach mehr Geld da, und wir sind als Familie komplett aus dem Bezug beim Jobcenter raus.“ Auch fühle er sich gesundheitlich wohler. „Arbeiten zu gehen ist für mich mein Ausgleich.“ Seine früheren Hobbies, Dart spielen und Angeln, hatte er aus Kostengründen aufgeben müssen. Und in nicht allzu ferner Zukunft sei ein Umzug in eine größere Wohnung geplant.

Infokasten
Das Teilhabechancengesetz ermöglicht seit 1. Januar 2019 geförderte Arbeitsaufnahmen für Menschen, die langzeitarbeitslos sind bzw. schwierige Voraussetzungen mit sich bringen, die eine Arbeitsaufnahme auf dem ersten Arbeitsmarkt erschweren, wie beispielsweise alleinerziehend zu sein.
Eine intensive und individuelle Beratung unterstützt die Kundinnen und Kunden bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. Nach der Arbeitsaufnahme werden die Kunden durch ein individuelles Coaching begleitet. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber erhalten Zuschüsse zu den Lohnkosten.

Kontakt: Informationen für Arbeitgeber: Arbeitgeberservice unter Telefon 0800 45 55 520
Informationen für Bewerber: Service-Center unter Telefon 0651 205 7000

 

Text und Bild: Jobcenter Trier Stadt/tas


Mehr Mittel für den Trierer Arbeitsmarkt

WEITERE PROJEKTE FÜR ARBEITSLOSE
Über eine Million ESF- und Landesmittel in 2020 für Trier

Insgesamt 1.228.384 Millionen aus Zuwendungen des Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem rheinland-pfälzischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie (MSAGD) werden im nächsten Jahr zur Stärkung des Arbeitsmarktes in die Region Trier fließen.

Davon erhält das Trierer Jobcenter 1.021.429 Millionen Euro für eigene Arbeitsmarktmaßnahmen und 207.000 Euro für eine gemeinsame Maßnahme mit der Agentur für Arbeit. Hinzu kommen Eigenmittel in Höhe von 454.920 Euro für Maßnahmen zur Aktivierung und Eingliederung in Arbeit.

„Wir freuen uns, dass wir 2020 zusätzlich 175 Teilnehmerplätze in bewährten Vermittlungsmaßnahmen sowie in Angeboten mit besonderen Schwerpunkten für Frauen, Jugendliche und Menschen in Problemsituationen anbieten können“, sagt Geschäftsführerin des Jobcenters Trier Stadt, Marita Wallrich. „Das sind wichtige integrationsfördernde Maßnahmen, die wir ausschließlich mit den uns zur Verfügung stehenden Bundesmitteln so nicht durchführen könnten, erklärt Wallrich. Jährlich müssen die Konzepte fortgeschrieben werden und sich einem landesweiten Auswahlverfahren stellen. „Umso erfreulicher, dass wir uns mit acht Projekten für das Jahr 2020 durchsetzen konnten.“

Durch die zusätzlichen Fördermittel können Maßnahmen, wie beispielsweise das Bedarfsgemeinschaftscoaching oder Kunst-Bau-Steine, bei Bildungsträgern in der Stadt Trier realisiert werden. 

So verteilen sich die Förderungen auf die Maßnahmen:
Das Bedarfsgemeinschaftscoaching, kurz BG-Coaching, bei dem die Bedürfnisse und Problemlagen von einer Einzelperson bis hin zu einer Familie im Blick sein können, wird im nächsten Jahr wieder bei den beiden Trägern Palais e.V. und Bürgerservice gGmbH angeboten.

Dafür stehen dem Palais e.V. von Seiten des ESF 71.789 Euro und von MSAGD 35.894 Euro zur Verfügung. Das Jobcenter finanziert ebenfalls 35.894 Euro.

Für die Maßnahme „Perspektivenwechsel – Intensivcoaching für Bedarfsgemeinschaften“ des Bürgerservice stehen 72.800 Euro vom ESF und 36.400 Euro vom MSAGD sowie 36.400 Euro vom Jobcenter zur Verfügung.

Die Beratungs- und Qualifizierungsmaßnahme für Frauen des Palais e.V. erhält insgesamt 132.372 Euro, wovon 66.186 Euro vom ESF und ebenfalls 66.186 Euro vom Jobcenter Trier kommen. Das Land unterstützt diese Maßnahme nicht.
Ebenfalls gibt es von Seiten des Landes für die Perspektiven-Werkstatt des Palais e.V. mit dem Förderschwerpunkt „Jugend mit Zukunft“ keine Mittel. Dafür finanzieren Jobcenter Trier und ESF diese Maßnahme zu gleichen Teilen mit je 105.480 Euro.  

Unter dem Förderschwerpunkt „Perspektiven eröffnen“ werden die Maßnahmen Kompetenzen fördern – Kompetenzen eröffnen des Palais e.V., Kunst-Bau-Steine der Club Aktiv gGmbH, Jobperspektive 2020 der Bürgerservice gGmbH und Büro@Computer von Fennek e.V. gefasst.

Kompetenzen fördern – Kompetenzen eröffnen erhält 79.110 Euro vom ESF und je 39.555 Euro von MSAGD und Jobcenter. Kunst-Bau-Steine wird mit 105.480 Euro vom ESF und je 52.740 Euro von Land und Jobcenter gefördert. Die Finanzierung der Jobperspektive 2020 wird mit 158.220 Euro durch den ESF gefördert und mit jeweils 79.110 Euro vom Land und dem Jobcenter. Büro@Computer erhält 79.110 Euro aus Europäischem Sozialfond und je 39.555 Euro vom Ministerium und Jobcenter.

Die Inklusionsinitiative bei der Bürgerservice gGmbH nimmt eine Sonderstellung ein, da sie von der Agentur für Arbeit Trier und den Jobcentern des Agenturbezirks getragen wird. Diese teilen sich die eine Hälfte der Finanzierung in Höhe von 207.000 Euro.

Weitere 207.000 Euro erhält die Maßnahme vom Europäischen Sozialfond. Von den insgesamt 75 Teilnehmerplätzen entfallen 41 auf die Agentur für Arbeit Trier, neun auf das Jobcenter Trier Stadt, jeweils zehn auf das Jobcenter Trier-Saarburg und das Jobcenter Bernkastel-Wittlich und fünf auf das Jobcenter Bitburg-Prüm.

 

Text: Jobcenter Trier Stadt/tas
Bild: Adobe Stock


Syrische Frauen werden Erzieherinnen

Vorlesestunde: Susanna Ziba liest den Kindern der deutsch-französischen Kita vor

PROJEKT VON STADTVERWALTUNG UND JOBCENTER TRIER STADT
Langfristige Perspektiven in den städtischen Kitas

Rozana Zibar sitzt inmitten von eifrig lauschenden kleinen Zuhörern und liest aus einem Buch über Dinosaurier vor. Seit August arbeitet die dreifache Mutter, die mit ihrer Familie aus Syrien kam, als Auszubildende in der Deutsch- Französischen Kita in Neu- Kürenz. Mit einem Umfang von 19,5 Std. in der Woche absolviert sie die praktische Ausbildung in der Kita und zusätzlich den theoretischen Unterricht in der Berufsbildenden Schule für Erziehung, Hauswirtschaft und Soziales. Die Betreuung ihrer Kinder, die in die erste, sechste und zehnte Klasse gehen, teilt sie sich mit ihrem Ehemann.

„Wir sind sehr froh, dass Rozana bei uns ist“, sagt Kita- Leitung Dagmar Dénes. „Sie ist eine echte Bereicherung für uns, weil sie sehr engagiert und zielstrebig arbeitet und uns durch ihre Sprachkenntnisse bei kurdischen und arabischen Familien unterstützt.“

Ihrer Ausbildung vorausgegangen war ein Praktikum, das Teil eines Projektes der Stadtverwaltung Trier und des Jobcenters Trier Stadt ist. In den städtischen Kitas haben syrische Frauen, die Interesse an sozialer Arbeit haben oder in ihrer Heimat bereits als Lehrerin gearbeitet haben, die Chance den Beruf der Erzieherin kennenzulernen.

„Mit der Perspektive auf eine Ausbildung“, betont Marita Wallrich, Geschäftsführerin des Jobcenters Trier Stadt. „Wir haben den Bedarf festgestellt, dass viele Frauen sich für die Arbeit mit Kindern interessieren. Entweder, weil sie schon in dem Bereich in Syrien Erfahrung gesammelt haben oder weil sie selbst Mütter sind. Da lag es nahe, durch vorgeschaltete Praktika den Weg für ein berufliches Standbein zu ebnen.“

Für die Stadtverwaltung war das Projekt eine Gelegenheit, um die Integration syrischer Familien in der Stadt Trier zu unterstützten und zusätzlich Fachkräfte für die Arbeit in der Kita zu gewinnen. Rozana Zibar hat als Bauzeichnerin in Syrien gearbeitet. „Ich wollte aber schon immer etwas Soziales machen und hier so schnell wie möglich eine Arbeit finden“, erzählt sie. In einer Kindertageseinrichtung sei Kommunikation besonders wichtig.

„Sprache ist bei uns ein bedeutendes Medium, sei es im Umgang mit den Kindern oder im Austausch mit den Kolleginnen“, ergänzt Dagmar Dénes. Rozana habe durch ihre guten Deutschkenntnisse die Fragen im Vorstellungsgespräch mühelos beantworten können. Außerdem sei es in einer Kita mit internationaler Elternschaft bedeutsam, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erkennen und in den Alltag einzubinden.

„Wir essen in Syrien selten mit der Gabel, sondern eher mit dem Löffel, vor allem, wenn es Reis gibt. Manche Speisen greifen wir mit einem Fladenbrot. Das machen wir auch manchmal in der Kita“, erzählt Rozana Zibar. So kann der Austausch von Sitten und Gebräuchen ganz spielerisch gelingen.

Text und Bild: Jobcenter Trier Stadt/tas


Bilanz Ausbildungsjahr SGB II

Arlette Hornung (links) und ihr Chef Dr. Carsten Claus besprechen gemeinsam die digitalen Scans eines Ober- und Unterkiefers.

PER AUSBILDUNG IN EINE NEUE ZUKUNFT
Perspektiven 2019 für junge Menschen im SGB II-Bezug

Arlette Hornung ist angekommen. In Deutschland, in Trier und in ihrem Ausbildungsberuf als Zahnmedizinische Fachangestellte in der zahnärztlichen Gemeinschaftspraxis Dr. Carsten und Violeta Claus. „Ich finde an dem Beruf schön, dass ich Menschen helfen kann“, sagt die 26-jährige, die von Venezuela nach Deutschland kam. Dort hatte sie acht Semester Zahnmedizin studiert. Doch die politische und gesellschaftliche Unsicherheit in dem kommunistisch regierten Land veranlassten sie und ihre jüngere Schwester in Deutschland einen Neuanfang zu starten.

Hier mit dem Studium weitermachen? „Zahnärztin zu werden ist schwer“, sagt Arlette. „Man muss sehr viel lernen und ich muss zuerst die Sprache besser sprechen. Mein altes Studium wird mir hier nicht vollständig anerkannt.“ In anderthalb Jahren absolvierte sie Sprachkurse bis zum Niveau C1. Finanziell bekam Arlette in der Anfangszeit Unterstützung vom Jobcenter Trier Stadt.

In den Gesprächen mit Arbeitsvermittler Norbert Ferring erarbeiteten sie, dass der duale Ausbildungsweg über die Kombination von Praxis und Theorie langfristig auch ihre fachliche Sprachekompetenz erweitern wird. „Was ich hier lerne, ist auch ganz anders als in Venezuela“, erzählt sie begeistert. „Ich habe vorher noch nie eine Wurzelbehandlung mit einem Mikroskop gesehen. Und auch die kosmetischen Behandlungen gefallen mir sehr gut. Alles hier ist sehr modern.“

In der Praxis von Dr. Carsten und Violeta Claus fühlt sie sich wohl. „Wir sind sehr zufrieden mit Arlette. Sie hat sich schon im Bewerbungsgespräch offen, sympathisch und kommunikativ gezeigt“, sagt Dr. Carsten Claus. Für den Ausbildungsberuf der Zahnmedizinischen Fachangestellten seien dies wichtige Eigenschaften, fast noch wichtiger als die Abschlussnoten, betont der Zahnmediziner. Seit etwa 30 Jahren bildet die Gemeinschaftspraxis aus, und die Bewerberlage sei schwieriger geworden. „Teamfähigkeit sowie Disziplin und Sorgfalt sind genauso maßgeblich wie Mathe- und Deutschnoten.“

Dr. Claus empfiehlt, auf alle Fälle zuerst ein Praktikum zu machen, bevor man sich für den Beruf entscheidet und sich nicht entmutigen zu lassen. Aufgrund von oft schwierigen, persönlichen Ausgangslagen bei manchen Beziehern und deren Familien von SGB II bedarf es oftmals eines längeren Kontaktes und einer intensiveren Beratung und der Vorbereitung, um den geeigneten Ausbildungsweg zu finden.
„Umso erfreulicher ist es, wenn junge Menschen einen Weg in Ausbildung finden, mit dem sie sich identifizieren können und der somit nachhaltig sein kann im Sinne von Fachkräftesicherung und Existenzsicherung“, so Marita Wallrich, Geschäftsführerin des Trierer Jobcenters. In der Bilanz bildet sich diese Entwicklung mit 24 Eintritten bei zahnmedizinischen Fachangestellten ab. 

Nach Ende der Ausbildung gibt es Möglichkeiten, sich weiterzubilden und die Zahnmedizinische Fachassistentin zu machen. Arlette möchte auf jeden Fall weitermachen. „Vielleicht fange ich sogar wieder an zu studieren.“

 

Infokasten
Das Ausbildungsjahr für SGB II-Kundinnen und Kunden ist abgeschlossen. Insgesamt 179 junge Menschen konnten in Ausbildungsverhältnisse vermittelt werden. Besonders sticht der Bereich der medizinisch und zahnmedizinischen Fachangestellten heraus. Dort hat es mit insgesamt 24 neuen Auszubildenden - allesamt weiblich - einen deutlichen Zuwachs gegeben.

Auch im Bereich der Erziehung haben viele junge Menschen eine Ausbildung begonnen. Von den 20 neuen Auszubildenden sind 16 Frauen und vier Männer. Ebenfalls 20 neue Auszubildende hat der Einzelhandel bzw. der Fachverkauf zu verzeichnen. Hier sind es neun Frauen und elf Männer.

Für den Beruf Kauffrau bzw. Kaufmann Bürokommunikation haben sich insgesamt 19 junge Menschen entschieden, elf Frauen und acht Männer. 16 junge Menschen sehen ihre berufliche Zukunft im Bereich der Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, vier davon sind weiblich und zwölf männlich. Für das Hotel- und Gaststättengewerbe haben sich insgesamt elf Auszubildende gefunden, drei davon weiblich, acht sind männlich.

Das Handwerk hat in diesem Ausbildungsjahr weniger Zuwachs erhalten. Die Eintrittszahlen befinden sich im einstelligen Bereich, wie bei den Kraftfahrzeugmechatronikern (8) und den Elektro- und Betriebstechnikern (8), beim Friseurhandwerk (5), bei den Malern (3) oder den Bäckern (2) und Dachdeckern (1). Jeweils einen Auszubildenden konnten ebenfalls die Berufe Anlagenmechanik-Sanitär-Heizung- und Klimatechniker, Raumausstatter, Kosmetikerin, Gartenbauerin, Hörgeräteakustiker und Fliesenleger verzeichnen.

In weiteren Berufsbereichen haben folgende Ausbildungen begonnen: Mediengestaltung (5), Rechnungswesen und Controlling (4), Rechtsanwaltsfachangestellte (4), Transport (4), Metall- und Konstruktionstechnik (3), Zahntechnik (3), Fachinformatik (3), Pharmazeutisch-technische Assistenz (2), Zerspannungsmechaniker (2), Fachlagerist (2), Baugewerbe (2), Veranstaltungstechnik (2).

 

Text und Bild: Jobcenter Trier Stadt/tas


Azubine in MINT-Beruf

Für manche ein Buch mit sieben Siegeln, aber Alaa's Welt ist die IT-Welt

MIT MINT GEHT MEHR: ALAA UND DIE WELT DER PROGRAMME
Junge geflüchtete Frau findet Job in der IT-Branche in Trier


Zahlen sind ihre Welt und Programmieren ist ihre Sprache. In Syrien, da habe sie circa zehn weitere Mitschülerinnen in der Informatikklasse gehabt, erzählt Alaa Jouri. Doch hier in der Berufsschule seien sie gerade einmal zu Zweit.

Neben der Programmiersprache beherrscht Alaa selbstverständlich ihre syrische Muttersprache und seit gut drei Jahren auch die Deutsche Sprache.
„Dass Alaa kommunikativ ist und das Deutsche gut beherrscht, war uns wichtig, als wir sie eingestellt haben, weil wir viel im engen Kundenkontakt arbeiten“, berichtet Rainer Schramm, CEO Vorstand der ttt-it AG in Trier Euren.
Dort absolviert die 22- Jährige seit August eine Lehre als Fachinformatikerin der Fachrichtung Anwendungsentwicklung. Vorgeschaltet war ein Jahr lang eine sogenannte Einstiegsqualifizierung (EQ) des Jobcenters Trier Stadt. In dieser Zeit konnte Alaa dank eines Praktikumsgehalts und Unterhalt vom Jobcenter ihre Deutschkurse weiter wahrnehmen und auch schon die Berufsschule besuchen. An den Nachmittagen hatte sie in der Firma Gelegenheiten, um das Gelernte gleich in die Tat umsetzen und auch die Fachbegriffe für ihren späteren Beruf zu festigen.

In der familiären IT-Firma mit rund 20 Mitarbeitern fühlt sich Alaa sehr wohl. „Wenn ich eine Frage habe, wird mir immer gleich weitergeholfen.“ Ihr Büro teilt sie sich mit drei anderen IT-Anwendungsentwicklern und ihrer Ausbilderin. Während Ihrer EQ hatte sie auch in die Fachrichtung Systemintegration hineingeschnuppert, weil in beiden Bereichen Auszubildende gesucht worden sind. Aber das Aufbauen und Einrichten von Serverschränken stellte körperlich dann doch größere Anforderungen an die junge Frau. „Außerdem mag ich das Arbeiten am Computer und das Programmieren sehr gerne“, so sagt sie.

„Nun lernt sie zum Beispiel die Grundlagen eines Dokumentenmanagementsystems“, erklärt Lothar Simon, CTO Vorstand. „Dazu gehört auch, Schnittstellen zwischen Programmen anzupassen und Programme zu schreiben. Wir haben derzeit in jedem Lehrjahr einen Auszubildenden als Fachinformatiker-Systemintegration und mit Alaa nun auch eine Fachinformatikerin-Anwendungsentwicklung.“

Neben den beiden Informatikfachrichtungen sind auch IT-Kaufleute bei der ttt-it AG beschäftigt. Digitalisierung der analogen Prozesse in mittelständischen Unternehmen gehört zu den Kernkompetenzen der ttt-it AG. „Das ist die Zukunft“, so sieht es auch Alaa. Auch, wenn die ttt-it AG Glück hatte, beide Ausbildungsplätze in diesem Jahr besetzen zu können, stelle der Fachkräftemangel dennoch eine Herausforderung dar, wie Lothar Simon und Rainer Schramm übereinstimmen. Daher gelte: „Wer bei uns seine Ausbildung erfolgreich beendet, der hat einen sicheren Arbeitsplatz.“

Alaas syrischer Schulabschluss hat in Deutschland die Anerkennung eines Realschulabschlusses. Mit einem Fachabitur stünden ihr auch die Zugangswege zu Hochschulen offen. Und Alaa kann sich vorstellen, dass sie nach der Ausbildung weiterstudieren möchte.

Infokasten
Einstiegsqualifizierungen (EQ) dienen dazu, Jugendlichen, die Schwierigkeiten bei der Aufnahme einer Ausbildung haben, vor Ausbildungsbeginn die Möglichkeit zu geben, in ihre neuen Aufgaben hineinwachsen können. Gefördert werden junge Menschen, die aus individuellen Gründen eingeschränkte Vermittlungsperspektiven haben. Sie arbeiten im Betrieb mit und besuchen auch die Berufsbildende Schule. Die EQ kann ein halbes Jahr oder ein ganzes Jahr dauern und Vollzeit oder Teilzeit umfassen.

Arbeitgeber, die eine betriebliche Einstiegsqualifizierung durchführen, können durch Zuschüsse zur Vergütung bis zu einer Höhe von 243 Euro monatlich (247 Euro ab 01.08.2020) zuzüglich eines pauschalierten Anteils am durchschnittlichen Gesamtsozialversicherungsbeitrag des Auszubildenden gefördert werden. Die betriebliche Einstiegsqualifizierung dient der Vermittlung und Vertiefung von Grundlagen für den Erwerb beruflicher Handlungsfähigkeit.

 

Text und Bild: Jobcenter Trier Stadt/tas



Tag der Jugend

Mit einer Ausbildung werden die Weichen für die Zukunft gestellt.

SO WERTVOLL IST DIE JUGENDZEIT
Nicht nur am Tag der Jugend werden junge Menschen gut beraten


Heute, am 12 August, wird international der Tag der Jugend begangen. Ausgerufen haben diesen besonderen Gedenktag im Jahre 1985 die Vereinten Nationen. Damit soll auf die Zeit der Jugend als besonderer, prägender und wichtiger Lebensabschnitt aufmerksam gemacht werden.

Laut internationaler Definition sind Jugendliche zwischen 13 und 21 Jahre alt. Als junge Erwerbstätige gelten Jugendliche ab 15 bis 24 Jahre. Um sie kümmert sich ein spezielles Team der Arbeitsvermittlung. „In dieser Zeit werden die grundlegend wichtigen Weichen für eine berufliche Zukunft gestellt, und wir unterstützen junge Menschen dabei, den Übergang in ein geregeltes Berufsleben zu finden“, sagt Alexander Hecker vom Team U-25 (Unter 25 Jahre) des Jobcenters Trier Stadt.

Jugend – dies bedeutet meist eine ereignisreiche und oft auch anstrengende Zeit. Während der Pubertät geht es darum, die eigene Identität zu finden, zu stärken und zu lernen, in der Erwachsenenwelt gut zurecht zu kommen. In diese Zeit fällt auch der Abschluss der Schulzeit, der Beginn des weiteren Ausbildungsweges sowie die Trennung vom Elternhaus. „Dieser Übergang ist für manche unserer jungen Kunden mit vielen Hürden gekennzeichnet. Unser Beratungsschwerpunkt liegt im Bereich Ausbildung und Beruf. Aber auch bei allen anderen Fragen zu den Themen Leben, Wohnen und Familie können wir weiterhelfen. Wir vermitteln auch weitere Hilfen, je nach Lebenssituation“, so der U-25- Berater.

Dazu erörtern die persönlichen Ansprechpartner des U-25-Teams zunächst die aktuelle Situation. Welche persönlichen Fähigkeiten besitz Ihr? Was habt Ihr für Vorstellungen über Eure berufliche Zukunft? Können Schulden, Kinderbetreuung, Wohnsituation oder eine Suchterkrankung eine Ausbildungs- oder Arbeitsaufnahme erschweren? Und welche Unterstützungsmöglichkeiten können hilfreich sein?

Auf Grundlage der aktuellen Situation werden dann gemeinsam Wege und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. Alle Gespräche sind natürlich vertraulich.

Mehr Infos gibt es unter
www.jobcenter-trier-stadt.de/arbeitsvermittlung/jugendliche-unter-25-jahre

Kontakt: Die Berater sind zu erreichen unter der Telefonnummer 0651 205 4141 oder per E-Mail unter Trier.JBA@arbeitsagentur.de

 

Text: Jobcenter Trier Stadt/tas
Bild: Adobe Stock


Änderungen bei Bildungen und Teilhabe

MEHR GELD FÜR MITTAGSSEN UND VEREINE
Neuerungen ab dem 1. August beim Bildung-und-Teilhabe-Paket

Kinder von Jobcenter-Kundinnen und -Kunden sollen es ab dem 1. August einfacher haben, Leistungen nach dem Bildung-und-Teilhabe-Paket in Anspruch nehmen zu können.

Die bisherige gesonderte Antragsstellung fällt weg. Sobald ein Antrag auf Leistungen nach dem SGB II beim Jobcenter Trier Stadt gestellt wird, sind die Leistungen nach Bildung und Teilhabe automatisch mit beantragt, wenn Kinder unter 18 Jahre in der Bedarfsgemeinschaft leben. Eine Ausnahme stellen die Leistungen zur Lernförderung nach §28 Abs. 5 SGBII. Diese müssen noch gesondert beantragt werden.

Ebenfalls fällt der bisherige Eigenanteil von 1 Euro für die gemeinschaftliche Mittagsverpflegung für Schul- und Kindergartenkinder weg. „In Zukunft wird es für die Eltern wichtig sein, dass sie dem Jobcenter Nachweise über die Teilnahme ihres Kindes an einer Mittagsverpflegung einreichen, so dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Kosten mit den Einrichtungen oder den Eltern verrechnen können“, erklärt Marita Wallrich, Geschäftsführerin des Jobcenters Trier Stadt. Erst dann kann der komplette Betrag vom Jobcenter an den Träger bzw. die Eltern erstattet werden, wenn diese in Vorleistung treten.

Zudem erhöhen sich ab dem 1. August auch die Leistungen für das Schulpaket von bisher jährlich 100 Euro auf nun jährlich 150 Euro. Die Auszahlung erfolgt weiterhin in zwei Teilbeträgen zum Beginn eines Schuljahres (01.08.) und zum Halbjahr (01.02.). Für kulturelle und soziale Teilhabe stehen künftig pro Monat 15 Euro zur Verfügung. Diese können für Mitgliedsbeiträge in Sport- und/oder Musikvereinen genutzt werden. Eine Ansparung der Beträge ist weiterhin möglich, um damit z. B. Ferienfreizeiten o. ä. zu finanzieren.

Zur Abrechnung mit den Einrichtungen bzw. Vereinen ist es ebenfalls notwendig, dass die Eltern immer die Rechnung von Mitgliedsbeiträgen dem zuständigen Jobcenter vorlegen. Grundlage für die Änderungen ist das neue Starke-Familien-Gesetz (StaFamG), das ab dem 1. August in Kraft tritt.

Fragen beantwortet gerne das Service-Center des Jobcenters Trier Stadt: Telefon 0651 205 7000.

 
Text: Jobcenter Trier Stadt/tas
Bild: Adobe Stock


Zum neuen Service-Angebot www.jobcenter.digital:

"Kunden schneller am Ziel" - Artikel in der Rathauszeitung Trier vom 18.06.2019
Hier geht es zum PDF


Über das Unterstützungsprojekt "SCHWUNG" für Schwangere:

"Jede wird so akzeptiert, wie sie ist" aus der Rathauszeitung vom 18.06.2019:
Hier geht es zum PDF


Sie freuen sich auf ihre ersten Erfahrungen im Wasser.

EINE CHANCE AUF SCHWIMMEN LERNEN
Kinder machen erste Schwimmzüge dank des SSV Trier und der Soroptimistinnen Trier

Ins Freibad gehen oder an den See fahren, im Wasser planschen und sich Abkühlung verschaffen. Kaum etwas macht so viel Spaß, wenn es heiß ist. Eins steht fest, der nächste Sommer kommt bestimmt. Der nächste Schwimmkurs aber nicht unbedingt. Was für viele Kinder selbstverständlich ist, ist es für manche Kinder von SGB-II-Beziehern oft nicht: Schwimmen lernen.

Gemeinsam mit dem Schwimmsportverein 1932 e.V. Trier und dem Club der Soroptimistinnen Trier hat das Jobcenter Trier Stadt daher einen Anfängerschwimmkurs für Kinder von Kundinnen und Kunden auf die Beine gestellt. Die Jungen und Mädchen ab sieben Jahre lernen in der Schwimmschule des SSV Trier die richtige Technik und bekommen die Sicherheit, sich über Wasser zu halten und darin zu bewegen.

„Für unsere Kundinnen und Kunden ist es oft eine Herausforderung, einen Schwimmkurs zu bezahlen. Nach dem tragischen Badeunfall im vergangenen Sommer in der Mosel haben wir uns überlegt, wie es möglich sein könnte, ein solches Angebot zu realisieren, das für unsere Kunden kostenlos ist", sagt Marita Wallrich, Geschäftsführerin des Jobcenters Trier Stadt. Zwar gäbe es die Möglichkeit, über das Bildungs- und Teilhabepaket die Summe für einen Kurs anzusparen. Dies sei jedoch mit langen Wartezeiten verbunden, wie eine Mutter berichtet.

Durch eine Spende in Höhe von 300 Euro der Soroptimistinnen Trier, die sich für Frauen und Mädchen stark machen, wurde es möglich den Kurs zu realisieren. „Wir halten es oft für eine Selbstverständlichkeit, Schwimmen zu lernen und schwimmen zu können. Durch die Anfrage des Jobcenters Trier haben wir innegehalten, und gemerkt, dass es gar nicht so selbstverständlich ist. Wir freuen uns, den Kindern durch unsere Unterstützung nicht nur Freude zu bringen, sondern auch Unfällen vorzubeugen."

Im SSV Trier fand sich ein hervorragend kompetenter Partner für die Umsetzung. Claudia Tesdorf, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, fragte den Bedarf für einem Schwimmkurs bei den Eltern ab, und schnell waren acht Kinder gefunden, so dass der Kurs zum Ende der Osterferien abgeschlossen sein wird.

„Die Kinder waren mit Begeisterung dabei und ich habe nur ein kleines Mädchen gesehen, das etwas ängstlich war. Aber gerade darauf ist unsere Übungsleiterin Jana Koriath spezialisiert", sagt Katrin Radeck, 1. Vorsitzende des Schwimmvereins.

 

Text und Bild: Jobcenter Trier Stadt/tas

 

 


ERWARTUNGEN ÜBERTROFFEN
Jobcenter Trier Stadt vermittelt 2018 über das Ziel hinaus

Für das vergangene Jahr zieht das Jobcenter Trier Stadt eine positive Bilanz. Die Integrationsquote beträgt 38,8 Prozent und liegt mit 2,1 Prozentpunkten über der Vergleichsquote des Jahres 2017.  „Damit liegen wir für den Bereich der Stadt Trier über der Zielerreichung für das Jahr 2018“, sagt Marita Wallrich, Geschäftsführerin des Jobcenters Trier Stadt. „Wir freuen uns sehr, dass wir die Marke von 2000 Integrationen überschritten haben und 2012 Menschen auf den ersten Arbeitsmarkt vermitteln konnten.“ Davon sind 429 Integrationen von Menschen mit Fluchthintergrund.   

Auch, wenn der Bestand der Langzeitbezieher von Grundsicherung mit 2945 Personen über dem Durchschnittswert von 2017 mit 2560 Personen liegt, ist dennoch ein Erfolg zu verbuchen. Denn die Integrationsquote im Bereich Asyl und Flucht liegt 2018 bei 31,8 Prozent und somit deutlich über der Zielerreichung von 24,7 Prozent.  Dabei handelt es sich um Vermittlungen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt.  

Menschen mit Fluchthintergrund werden inzwischen zu den Langzeitbeziehern von ALG II hinzugerechnet, sobald sie länger als 21 Monate innerhalb von zwei Jahren Leistungen nach dem SGB II bezogen haben. Im Unterschied zu Langzeitarbeitslosen, die ab 12 Monate ohne sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zählen, können Langzeitbezieher einer Tätigkeit nachgehen. Sollte diese allerdings den Grundbedarf für den Lebensunterhalt nicht decken, bekommen sie weiterhin Leistungen aus dem SGB II.  

Die Stadt Trier nimmt als Oberzentrum in der Region eine Sonderstellung ein. Viele soziale Einrichtungen und die Attraktivität der Stadt ziehen Zuziehende aus dem gesamten Umland an. Die Hoffnung auf Arbeit und auch die Nähe zum benachbarten Luxemburg machen die Stadt Trier bei Arbeitssuchenden sehr beliebt.  Um Menschen für den regionalen Arbeitsmarkt fit zu machen, setzt das Jobcenter Trier Stadt weiterhin auf Qualifizierungsangebote. 2018 haben 212 Weiterbildungsmaßnahmen begonnen.   

Text: Jobcenter Trier Stadt/tas

 

 


In allen drei Stockwerken des Jobcenters in Trier-West hängt sie: Unsere Grundsatzerklärung gegen Gewalt und Diskriminierung.
Beim CSD auf dem Trierer Kornmarkt haben Vertreter von Jobcenter, Stadtverwaltung und aus der Wirtschaft und Bildungslandschaft über Diskriminierung in der Arbeitswelt diskutiert.

KEIN PLATZ FÜR DISKRIMINIERUNG 

„Bei uns ist kein Platz für Diskriminierung“, sagt Sandra Karl beim diesjährigen Christoper-Street-Day (CSD) auf dem Trierer Kornmarkt und macht deutlich, was an ihrer Arbeitsstätte gelebte Praxis ist.

Auf dem CSD hat die Migrationsbeauftragte und Arbeitsvermittlerin des Jobcenters Trier Stadt im Rahmen einer Talkrunde mit Vertretern aus Politik und Gesellschaft zum Thema „Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Kontext Arbeitswelt“ diskutiert. Das Jobcenter Trier Stadt ist ein gewaltfreier Ort. So steht es in der Grundsatzerklärung der gemeinsamen Behörde der Stadt Trier und der Bundesagentur für Arbeit, die in Plakatgröße in allen drei Stockwerken des Gebäudes in der Gneisenaustraße 38 hängt. 

Mobbing, sexistische oder rassistische Witze und Beleidigungen, Belästigung oder offene Aggression: Dort, wo Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern, mit unterschiedlichen Religionen und unterschiedlicher Sexualität zusammenkommen, herrscht eine rigorose Null-Toleranz gegenüber Diskriminierungen. „Sobald bekannt wird, dass es einen solchen Vorfall gegeben hat, egal in welcher Art und Form, wird das bei uns zur Chefsache“, so die Migrationsbeauftragte. 

Ein gemeinsames Leitbild  

„Bei uns gilt das Allgemeine Gleichstellungsgesetz“, sagt die Geschäftsführerin des Jobcenters, Marita Wallrich. Nach diesem Gesetz sollen Benachteiligungen aus Gründen der Rasse, ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität verhindert oder beseitigt werden. „Um dies im täglichen Miteinander umzusetzen, haben wir uns gemeinsam auf ein Leitbild verständigt, nach dessen Grundsätzen wir im Jobcenter leben und arbeiten“, so Marita Wallrich.  

Keine Schubladen im Kopf

Diskriminierung kann jeden treffen. Um die „Schubladen im Kopf“ abzubauen, ist es daher wichtig miteinander ins Gespräch zu kommen. So gibt es sowohl für Mitarbeiter als auch für Kunden spezielle interkulturelle Schulungen, wie zum Beispiel über das Rollenverständnis von Frauen in der deutschen und arabischen Arbeitswelt. Dies ist Teil des Migrationskonzepts, das die Geschäftsführung mit der Migrationsbeauftragten und der Gleichstellungsbeauftragten ins Leben gerufen hat. Die Rückmeldung der Teilnehmenden zeige, dass solche Angebote gewünscht seien.  

Wegweisend ist die gewaltfreie Grundsatzerklärung im täglichen Umgang miteinander. Bei der Vermittlungsarbeit würden keine Unterschiede gemacht, so Sandra Karl. „Es zählt nicht das Geschlecht oder die sexuelle Ausrichtung, nicht die Herkunft, nicht das Elternhaus oder der schulische Hintergrund. Für uns zählen die Kompetenzen des Einzelnen. Kurzum: es zählt der Mensch.“   

 

Text und Bilder: Jobcenter Trier Stadt/tas


Sie stehen mit Hilfe und Unterstützung in den ersten Monaten schwangeren Frauen zur Seite: (v. l. n. r.) Birgit Kulmeier, Kath. Familienbildungsstätte Trier, Ute Bösen, Familienhebamme und persönliche Ansprechpartnerin für die Frauen, und Elke Burchert von der Stadt Trier.

SCHWUNGVOLLER START INS LEBEN
Frühe-Hilfen-Projekt für Schwangere in Trier 

Die ersten Wochen und Monate einer Schwangerschaft sind eine sensible Zeit, in der bereits früh die Weichen für das Wohlbefinden des Kindes und der Mutter gestellt werden können. Die Katholische Familienbildungsstätte Trier und die Stadt Trier begleiten die Frauen mit dem Beratungs- und Unterstützungsangebot SCHWUNG in den ersten drei Monaten. Das Jobcenter Trier Stadt unterstützt das Projekt als Kooperationspartner.

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Das trifft auf die Zeit der Schwangerschaft zu wie wohl auf kaum eine andere Lebenssituation. Die Idee des Projekts SCHWUNG ist es, die sensible Zeit der Schwangerschaft zu nutzen, um positive Veränderungen im Leben der Teilnehmerinnen anzustoßen. Schließlich ändern sich mit dem Beginn des neuen Lebens eines Kindes oft auch für die Mütter die Prioritäten im Leben und es startet ein neuer Lebensabschnitt.
"Um diesen Übergang schon in den ersten Monaten der Schwangerschaft so sanft wie möglich zu gestalten und den Müttern wertvolles Wissen mit auf den Weg zu geben, werden sie während der Kursdauer von drei Monaten intensiv von einer Familienhebamme und weiteren Fachkräften begleitet", erklärt Birgit Kuhlmeier von der Katholischen Familienbildungsstätte Trier, wo die Kurse stattfinden werden. Dort werden werdende Mütter möglichst früh aufgefangen, ernst genommen und mit Kursen und Informationsangeboten begleitet.

Sehr wichtig ist dabei der gemeinsame Austausch in der Gruppe. Die Frauen finden einen geschützten Raum, um sich wohl zu fühlen und über ihre Ängste, Erwartungen und Hoffnungen zu sprechen. Durch eine gute Vorbereitung der Frauen werden die Startbedingungen des Kindes deutlich verbessert. Gleichzeitig wird mit den Frauen eine persönliche Perspektive nach der Schwangerschaft und der Elternzeit in den Blick genommen. Das Jobcenter Trier Stadt informiert die Frauen  über das neue Hilfsangebot bereits, wenn sie eine Schwangerschaft melden. 

"Wer den Kopf von Sorgen frei hat, kann sich voll und ganz auf das ungeborene Kind konzentrieren und die kommenden Aufgaben als Mutter besser bewältigen. Zusätzlich werden auch die beruflichen und finanziellen Möglichkeiten für die Frauen in den Blick genommen, so dass sie für sich und Ihre Familie auch Verantwortung tragen können", so Claudia Tesdorf, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt vom Jobcenter Trier Stadt. 

Wie können Frauen teilnehmen?
Die Frauen werden über das Jobcenter Trier Stadt oder über andere beratende Institutionen vermittelt. Es richtet sich an alle Frauen, die Interesse haben. Die Frauen können auch ihre Arbeitsvermittler/in ansprechen oder sich direkt über die Homepage www.schwung-trier.de anmelden.

Wann finden die Kurse statt?
Ab sofort. Die Kurse finden statt montags, mittwochs und freitags von 9 bis 12 Uhr. Der Einstieg ins Projekt ist individuell möglich.´

MEHR INFOS:
Weitere Informationen über das Projekt SCHWUNG finden Interessierte, Teilnehmerinnen und Fachkräfte auf der Internetseite www.schwung-trier.de

Text und Bild: Jobcenter Trier Stadt/tas

Kontakt

Jobcenter Trier Stadt
Gneisenaustr. 38
54294 Trier

Telefon zur Neuantragsstellung: 0651 205 7777

Service-Telefon: 0651 205 7000
Fax: 0651 2059107400

E-Mail schreiben
Online-Portal jobcenter.digital
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kurz erklärt: 
Erklärvideos
Wichtige Begriffe
Wort-Lexikon in Leichter Sprache 

Öffnungszeiten

Zugang zur Schleuse am Haupteingang:
Montag-Freitag: 8.00 - 12.30 Uhr

Bitte nur zwei Personen gleichzeitig eintreten.
Es besteht Maskenpflicht.

Notfalltermine nach Vereinbarung
Tel.: 0651 205 7000

Grundsatzerklärung gegen Gewalt

Laden Sie sich hier die Grundsatzerklärung des Jobcenter Trier Stadt als PDF herunter:
Grundsatzerklärung Deutsch
Grundsatzerklärung Englisch
Grundsatzerklärung Arabisch